Stahl lebt. Er dehnt sich, verfärbt sich, setzt Patina an – und genau das macht ein
Stück aus der Werkstatt über die Jahre schöner statt schäbiger. Damit das gelingt, braucht er ein
bisschen Zuwendung. Viel ist es nicht: einmal richtig einbrennen, nach dem Grillen ein Lappen mit Öl,
im Winter das Holz hereinholen. Hier steht alles, was du dazu wissen musst.
Die drei Oberflächen – und was jede braucht
Fast alles, was ich baue, gibt es in mehreren Ausführungen. Welche du hast, entscheidet über die
Pflege.
Schwarz, hitzebeständig beschichtet
Die Farbe hält bis etwa 800 °C. Sie ist aber erst dann richtig widerstandsfähig, wenn sie
einmal eingebrannt wurde: Ab rund 400 °C brennt sie sich in die Oberfläche ein. Mach
deshalb beim ersten Mal ein ordentliches Feuer und kein Kerzenlicht. Bis dahin ist die Oberfläche
kratzempfindlich – also nicht mit dem Schürhaken daran entlangschrammen.
Nach Jahren nutzt sich die Farbe an den heißesten Stellen ab. Das ist kein Mangel, sondern
Gebrauch. Stelle abbürsten, mit hitzebeständigem Lack nachbessern, fertig.
Natur / rostig
Hier ist der Rost gewollt. Die Edelrost-Optik entsteht von selbst und wird mit
jedem Regen tiefer. Du musst nichts tun und solltest auch nichts tun – kein Lack, kein Öl, kein
Rostumwandler. Nur eines: Stell das Stück nicht dauerhaft auf hellen Naturstein oder
Holzdielen. Rostwasser läuft ab und hinterlässt Ränder, die bleiben.
Pulverbeschichtet
Diese Oberfläche – etwa beim Kaminholzwagen oder beim Deckel der Grillplatte – ist der beste
Witterungsschutz, den es gibt, aber sie ist nicht hitzefest. Ein pulverbeschichteter
Deckel gehört nicht auf eine heiße Grillplatte. Dafür gibt es die Ausführung mit hitzebeständiger
Beschichtung.
Feuerkorb und Feuertonne
Der Standort
Eben und fest. Ein unebener Stand ist der häufigste Grund, warum sich Blech verzieht: Die Wände
werden unterschiedlich heiß, und wenn der Korb dabei noch kippelt, arbeitet das Material gegen sich
selbst. Ausreichend Abstand zu allem, was brennen kann, versteht sich von selbst – auch nach oben.
Niemals mit Wasser löschen
Wasser auf heißen Stahl sprengt die Beschichtung ab und kann das Blech verziehen. Der
Temperatursprung ist einfach zu groß. Lass das Feuer ausgehen und die Glut von selbst erkalten. Muss
es schnell gehen: mit Sand ersticken.
Asche
Erst ausräumen, wenn sie vollständig kalt ist. Unter einer Ascheschicht hält sich
Glut länger, als man denkt – teils über einen ganzen Tag. Die Feuertonne XXL und der beheizbare
Stehtisch haben dafür einen Aschekasten zum Herausziehen. Beim Terrassenofen nimmst du die Abdeckung
des Holzlagers heraus und fegst die Asche in einen Eimer.
Asche gehört in den Restmüll, nicht in die Biotonne.
Wenn die Steckverbindungen klemmen
Die Verbindungen sind bewusst sehr passgenau – davon lebt die Standfestigkeit. Nach großer Hitze
kann es sein, dass sie sich schwerer lösen. Zerleg den Korb dann im kalten Zustand und hilf mit
leichten Schlägen eines Gummihammers nach. Am heißen Blech mit Gewalt zu arbeiten macht es
schlimmer.
Grillplatte, Plancha und Wokaufsatz
Diese Teile kommen unbehandelt zu dir und werden behandelt wie Gusseisen. Sie sind
kein Geschirr, sondern Werkzeug – und Werkzeug wird eingeölt, nicht gespült.
Das erste Einbrennen
- Platte dünn mit hitzebeständigem Öl einreiben – Raps-, Sonnenblumen- oder Leinöl.
- Feuer darunter machen und das Öl einbrennen lassen, bis es nicht mehr raucht.
- Abkühlen lassen, erneut dünn einölen, wieder einbrennen.
- Zwei- bis dreimal wiederholen.
Es entsteht eine dunkle, glatte Patina. Die schützt vor Rost und wirkt von selbst antihaftend –
je öfter du die Platte benutzt, desto besser wird sie.
Nach jedem Grillen
- Grobe Rückstände im warmen Zustand mit dem Spachtel abschaben.
- Mit Küchenpapier auswischen.
- Dünn mit Öl einreiben.
Kein Spülmittel. Es löst genau die Patina ab, die du dir aufgebaut hast. Und nicht
feucht wegräumen.
Wenn doch Rost da ist
Kein Grund zur Sorge. Leg die Platte wieder auf den heißen Feuerkorb, kratz sie mit dem Spachtel
sauber und öl sie neu ein. Danach ist sie sofort wieder einsatzbereit. Deshalb soll sie auch immer
leicht ölig bleiben – eine trocken geputzte Platte rostet.
Für den Wokaufsatz gilt Wort für Wort dasselbe.
Pizzaofen
Der Pizzaofen wird ebenfalls unbehandelt geliefert und wie eine Grillplatte eingebrannt – dünn
einölen, heiß werden lassen, bis es nicht mehr raucht. Es entsteht dieselbe schwarze Patina.
Der Pizzastein braucht eine andere Behandlung als der Stahl: nie mit Spülmittel,
nie unter fließendem Wasser. Reste abbürsten, wenn er kalt ist, den Rest erledigt die nächste Hitze.
Flecken gehören dazu. Und: einen kalten Stein nicht auf volle Hitze setzen, sondern mit dem Ofen
zusammen aufheizen – sonst reißt er.
Einstecktische aus Eiche
Die Tischplatten sind aus massiver Eiche und gewachst. Das ist eine Naturoberfläche, kein Lack –
sie lebt mit.
- Feucht abwischen, trocknen lassen, dann wieder einstecken.
- Ein- bis zweimal im Jahr mit Hartwachs oder Möbelöl nachbehandeln.
- Nicht über den Winter draußen lassen. Stahl verträgt Nässe, Holz nimmt sie auf.
Ringe von Gläsern und dunkle Stellen von Fett gehören zu einem Tisch, an dem gegessen wird. Wenn
es dich stört: leicht anschleifen und neu wachsen.
Gasbrenner-Set
Hier geht es nicht um Optik, sondern um Sicherheit. Vor jedem Einsatz:
- Schlauch ansehen. Risse, poröse oder klebrige Stellen, ein loses Ende – dann
wird nicht angezündet, sondern getauscht. - Druckminderer prüfen. Der beiliegende arbeitet mit 50 mbar. Tausch ihn nach der
Angabe des Herstellers, unabhängig davon, wie er aussieht. - Dichtheit mit Seifenwasser prüfen, nie mit einer Flamme. Blasen zeigen die
undichte Stelle.
Die Gasflasche steht immer aufrecht, außerhalb der Hitze und nie im geschlossenen Raum. Nach dem
Kochen zuerst das Flaschenventil schließen und den Brenner leer brennen lassen.
Rollen, Schrauben und bewegliche Teile
Rollplatte, Terrassenofen, Kaminholzwagen und Stehtisch stehen auf verschraubten Lenkrollen.
Schieben erzeugt Vibration, und Vibration lockert Schrauben. Einmal im Jahr vor der Saison kurz
nachziehen genügt.
Über den Winter
Die Stahlteile dürfen draußen bleiben – dafür sind sie gebaut. Trocken und abgedeckt stehen sie
aber deutlich besser da, und eine beschichtete Oberfläche hält spürbar länger.
Was hereingehört:
- die Einstecktische aus Holz
- Grillplatte, Wokaufsatz und Pizzaofen – alles, was eine Ölschicht trägt
- der Pizzastein
- Gasschlauch und Druckminderer
Und leer: Wasser, das in alter Asche steht, bildet Lauge und frisst sich durch
jeden Boden. Vor dem Winter also ausräumen – das ist die eine Sache, die wirklich Schaden anrichtet,
wenn man sie lässt.
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Manches sieht man schneller, als man es liest.
Feuerkorb groß – so wird er zusammengesteckt
Warum eine Feuertonne XXL kein Ölfass ist
Häufige Fragen
Muss ich meinen Feuerkorb einbrennen?
Bei den schwarz beschichteten Ausführungen ja, einmalig. Die hitzebeständige Farbe brennt sich ab etwa 400 °C in die Oberfläche ein und ist danach bis rund 800 °C beständig. Mach dafür beim ersten Mal ein richtiges Feuer und nicht nur ein kleines. Vor dem Einbrennen ist die Oberfläche kratzempfindlich – bis dahin also nicht mit dem Schürhaken daran entlangschrammen.
Darf ich das Feuer mit Wasser löschen?
Nein. Wasser auf heißem Stahl kann die Beschichtung absprengen und im schlimmsten Fall das Blech verziehen – der Temperatursprung ist zu groß. Lass das Feuer ausgehen und die Glut von selbst erkalten. Wenn es schnell gehen muss, ersticke sie mit Sand.
Mein Feuerkorb hat sich verzogen. Ist er kaputt?
Nein. Stahl dehnt sich bei Hitze aus, und bei offenem Feuer werden die Wände unterschiedlich heiß. Leichte Verformungen sind normal und beeinträchtigen die Funktion nicht. Begünstigt wird es durch sehr große Hitze und einen unebenen Stand – ein ebener, fester Untergrund hilft spürbar.
Die Steckverbindungen sitzen plötzlich stramm. Was tun?
Die Verbindungen sind bewusst sehr passgenau gefertigt, damit der Korb stabil steht. Nach starker Hitze kann es vorkommen, dass sie sich schwerer lösen. Zerleg den Korb im kalten Zustand und hilf mit leichten Schlägen eines Gummihammers nach. Mit Gewalt am heißen Blech erreichst du das Gegenteil.
Mein Feuerkorb ist rostig. Muss ich etwas tun?
Das kommt auf die Ausführung an. Bei „Natur / rostig“ ist der Rost gewollt und Teil der Optik – da gibt es nichts zu retten, das gehört so. Bei einer beschichteten Ausführung zeigt Rost, dass die Farbe an dieser Stelle verschlissen ist: Stelle abbürsten und mit hitzebeständigem Lack nachbessern.
Wie brenne ich eine Grillplatte oder Plancha ein?
Die Platte wird aus massivem Stahl gefertigt und wie Gusseisen behandelt. Reib sie dünn mit hitzebeständigem Öl ein, mach Feuer darunter und lass das Öl einbrennen, bis es nicht mehr raucht. Wiederhol das zwei- bis dreimal. Es entsteht eine dunkle Patina, die vor Rost schützt und von selbst antihaftend wirkt.
Wie reinige ich die Grillplatte nach dem Grillen?
Im warmen Zustand die groben Rückstände mit dem Spachtel abschaben, mit Küchenpapier auswischen und dünn mit Öl einreiben. Kein Spülmittel – das löst genau die Patina ab, die du dir aufgebaut hast. Und nicht feucht wegräumen.
Auf meiner Grillplatte hat sich Rost gebildet.
Kein Problem und kein Grund zur Sorge. Leg die Platte wieder auf den heißen Feuerkorb, kratz sie mit dem Spachtel sauber und reib sie neu mit Öl ein. Danach ist sie sofort wieder einsatzbereit. Genau deshalb sollte sie immer leicht ölig bleiben.
Wie pflege ich die Einstecktische aus Holz?
Die Tischplatten sind aus massiver Eiche und gewachst. Wisch sie feucht ab und lass sie trocknen, bevor sie wieder eingesteckt werden. Ein- bis zweimal im Jahr mit Hartwachs oder Möbelöl nachbehandeln, dann bleibt die Oberfläche geschützt. Nicht über den Winter draußen stehen lassen – Holz nimmt Wasser auf, Stahl nicht.
Was ist beim Gasbrenner zu beachten?
Vor jedem Einsatz Schlauch und Druckminderer ansehen: Risse, poröse Stellen oder ein loses Ende bedeuten sofortiges Ende des Einsatzes. Tausch beides nach der Angabe des Herstellers, unabhängig vom Aussehen. Dichtheit prüfst du mit Seifenwasser an den Verbindungen – nie mit einer Flamme. Die Gasflasche steht immer aufrecht und außerhalb der Hitze.
Wie entferne ich die Asche?
Erst wenn sie vollständig kalt ist – Glut hält sich unter der Asche länger, als man denkt, teils über einen Tag. Feuertonne XXL und Stehtisch haben einen Aschekasten zum Herausziehen, beim Terrassenofen nimmst du die Abdeckung des Holzlagers heraus und fegst die Asche in einen Eimer. Asche nie in die Biotonne, sondern in den Restmüll.
Kann alles über den Winter draußen bleiben?
Die Stahlteile ja, sie sind für draußen gebaut. Trocken und abgedeckt stehen sie aber deutlich besser da, und eine beschichtete Oberfläche hält länger. Was hereingehört: die Holz-Einstecktische, die Grillplatte, der Wokaufsatz und der Pizzaofen – alles, was eine Ölschicht trägt. Und leer stehen sollte alles: Wasser, das in Asche steht, frisst sich durch jeden Boden.
Muss ich die Rollen und Schrauben kontrollieren?
Einmal im Jahr, am besten vor der Saison. Bei Rollplatte, Terrassenofen, Kaminholzwagen und Stehtisch sind die Rollen verschraubt, und Vibration beim Schieben lockert Schrauben mit der Zeit. Kurz nachziehen genügt.
Etwas unklar?
Schreib mir einfach. Eine Frage zur Pflege beantworte ich lieber einmal zu viel, als dass jemand
seine Grillplatte mit Spülmittel schrubbt.
WhatsApp und Telefon: 0175 1922023
E-Mail: info@metallarbeiten-looschen.de
